Mali: Fast 100 Tote bei Angriff auf einem Dorf der Dogon-Gemeinschaft

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In einem Dorf der Dogon-Gemeinschaft in Mali wurden gestern Abend fast 100 Menschen bei einem Angriff von bewaffneten Männern getötet. Ein lokaler Vertreter und eine Quelle innerhalb der Sicherheitsdienste haben dies gemeldet.
„Wir haben 95 Zivilisten, die im Moment getötet wurden. Die Leichen wurden verbrannt, wir suchen weitere Opfer“, sagt ein Gemeinderat aus dem Dorf Koundou, in dem etwa 300 Menschen leben. „Nach Angaben der Bewohner kamen bewaffnete Männer in das Dorf und begannen zu schießen, zu plündern und zu brennen.
Eine Quelle innerhalb der Sicherheitsdienste bestätigt den vorläufigen Saldo von 95 Todesfällen. „Ein Dogon-Dorf wurde fast vollständig von der Landkarte gestrichen.“
Im Zentrum von Mali gibt es seit langem Kämpfe zwischen den afrikanischen Stämmen Fulani und Dogon. Unter dem Regime des ehemaligen Präsidenten Amadou Touré durften die Fulani die Grenze von Burkina Faso nach Mali passieren, weil der Boden dort besser ist. Die Dogon sind dabei, gegen die Fulani vorzugehen. Sie waren schon immer gegen die Ankunft ihrer südlichen Nachbarn und blockieren sie gewaltsam. 157 Fulani wurden bei einem Angriff am 23. März getötet.
Ob die Fulani hinter dem Angriff auf das Dorf Dogon stecken, ist unbekannt, scheint aber plausibel.
Der Norden Malis kämpft seit Frühjahr 2012 mit jihadistischen Gruppen, die mit dem Terrornetzwerk al-Qaida verbunden sind. Eine internationale Militärintervention, die im Januar 2013 auf Initiative Frankreichs eingeleitet wurde, hat sie größtenteils vertrieben. Weite Teile des Landes stehen noch nicht unter der Kontrolle der malischen, französischen und UN-Truppen, obwohl 2015 ein Friedensabkommen unterzeichnet wurde, um die Dschihadisten dauerhaft zu isolieren.